auf der Suche nach mir selbst

An dieser Stelle sollte ein Happy-End stehen..

Und dann war plötzlich alles vorbei.
Die regelmäßigen Termine in der Uni, der abendliche Stress zuhause, diese permanenten Gedanken darum, wie ich meinen Tag planen muss, wie ich mich zu Motivation zwingen kann, wie ich mich erfolgreich aufraffe, der Adrenalinkick, etwas zu schreiben, das mich weiterbringt.
Die Arbeit ist abgegeben.

Und ich hatte den unglaublichen Zwang, mich gut zu fühlen, alle Schwierigkeiten der Vergangenheit sind vorbei, der Stress der Gegenwart ist überstanden, ich habe es geschafft, ich habe einen, wenn auch noch so kleinen, Universitätsabschluss. Vermutlich. Vielleicht falle ich ja noch durch. Einen, der mir vor wenigen Jahren noch so fern schien, als ich dachte, ich würde es sicherlich nicht mehr lange aushalten, nicht mehr lange leben.
Da haben wir doch das Happy-End, das sich vielleicht jeder wünscht, der in einem Loch sitzt.

Nur, es ist nicht das Ende.
Morgens bin ich noch hochmotiviert aufgestanden, eine Stunde zu früh aufgewacht, freudig aus dem Bett gekrabbelt, habe ein paar Kleinigkeiten für mein Hobby sortiert, und alles war toll.
Habe ich mir eingebildet und die verwirrenden Träume, die einen Beinahe-Absturz in tausend Meter Abgrund und eine Verfolgung durch Feinde, die ich nicht kannte, die permanente Unsicherheit, dass überall Fallen stehen und ich verfolgt werde, beinhalteten, die habe ich ignoriert.
Nein, alles sollte gut sein.
Doch ich konnte diese Träume nicht loslassen, auch mein Alltag schien von Fallen gespickt. Jedes Wort, das jemand an mich richtete, fühlte sich wie tödliche Ablehnung an, ich fühlte mich fehl am Platz, schien in der Uni nichts mehr zu suchen haben, wenn ich doch nicht hektisch vor dem PC sitze und an meiner Arbeit tippe. Auch dort nur Feinde, und niemand, der zu mir hält, niemand, der sich einfach mit mir darüber unterhält, wie jetzt alles vorbei ist. Sie scheinen mir auszuweichen.

Und dem Zusammenbruch nahe gehe ich nach Hause, sitze wie betäubt im Zug, hoffe, dass mein Akku durchhält, dass ich mich an meiner Musik festklammern kann.
Falle ins Bett, schlafe den Nachmittag durch, schwitze, und immer noch scheint alles so unwirklich.
So leer. So höllisch leer.
Keine Besessenheit mehr, einfach diese Arbeit zu beenden. Nichts mehr. In diese Leere soll nun ein Leben eingesetzt werden.

Was könnte ich mir Gutes tun? Worauf freue ich mich? Mit welchen Tätigkeiten möchte ich nun meine neue Freiheit gestalten?

Nichts. Nur Schweigen. Nur endlose Müdigkeit.
Probleme, die Außenwelt wahrzunehmen.

Sollte ich mich nicht verabreden?
Könnte ich nicht meine Wohnung neu gestalten?

Liebes Ich, das ist ein Happy-End, ich bin aus dem Abgrund heraus gekrabbelt, ich bin nicht wieder neu abgestürzt, ich darf jetzt mein Leben genießen.

Und doch, irgendwie sehe ich es nicht.
Da, wo die Arbeitsbesessenheit war, ist vorerst nur Leere geblieben.
Und Wortlosigkeit.
Und Schweigen.

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Eine Antwort

  1. Ich weiß wie es dir gerade geht und ich wünsche mir wirklich sehr, dass es dir schnell besser geht.
    Ich wünsch dir alle Kraft die du benötigst und bin mir sicher, du schaffst das

    21/01/2015 um 18:46

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