auf der Suche nach mir selbst

Du willst es doch gar nicht richtig

Langsam wird es mir zuviel, bei ihnen zu leben.
Und ihnen wird es auch zuviel. Sie sagt es häufig. Immer wieder in kleinen gehässigen Anspielungen.

Und ich sehne mich so nach meiner eigenen Wohnung zurück, nach meiner eigenen Zeiteinteilung, einer selbst ausgewählten Umgebung, und einfach meinem eigenen Leben.
Ich sage es. Und sie sagen, ich bin noch nicht so weit.
Ich würde nicht klar kommen.

Ich erläutere es genauer, sage, dass ich mich unwohl fühle.
„Warum bist du dann noch hier? Du willst es doch selber nicht. So unwohl kannst du dich doch nicht fühlen, wenn du es weiterhin erträgst.“

Ich rede gegen Wände. Eigentlich wollte ich doch nur planen, sie mit einbeziehen, einen Termin festlegen, der allen passt.
Doch nun sind sie beleidigt, und einen Umzugstermin haben wir trotzdem nicht.

Gefangen fühle ich mich.
Und verzweifelt.
Sind meine Wünsche nur dann ernst zu nehmen, wenn ich sie so stark will, dass ich durch Wände renne? Und wenn ich das nicht tue, wenn ich den sanfteren Weg wähle, dann soll ich direkt fremdbestimmt leben, weil ich es ja nicht will?

Ich gehe auf einem engen Weg mit Stacheldraht eingezäunt. Er lässt nur minimale Bewegungen zu. Außer ich raste aus, laufe blind durch den Zaun, verletze mich und andere, bin ständig auf der Flucht.
Bis man mich wieder einfängt, schmeichelt, lockt, und mir einen Strick um den Kopf wirft und mich wieder zurück auf den Stacheldrahtweg führt.

Warum?
Wieso muss das so?
Wieso entfernt niemand den Stacheldraht und lässt mir ein bisschen kooperative Entscheidungsfreiheit?
Ja, es sind nicht so viele Drähte, wenn ich wirklich weg will, kann ich selbstverständlich durch den Zaun hindurch springen.
Aber ich will nicht jedesmal eine Schramme davontragen, wenn ich doch nur ein bisschen Freiheit möchte.

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3 Antworten

  1. regenbogentaenzerin

    Hallo weg suchende,

    das, was du schreibst, ist mir so gut bekannt.
    Ich glaube nicht, dass du erst dann etwas wirklich willst, wenn du durch Wände rennst. Ich verstehe es so gut und wünsche dir einfach ganz viel kraft. Kraft zum durchhalten und kraft dafür, deinen eigenen Weg zu gehen.

    31/05/2014 um 12:38

    • WegSuchende

      Danke dir 🙂

      Mittlerweile habe ich auch zumindest in der beschriebenen Sache meinen kleinen Erfolg gehabt, wenn auch viel später, als ich gerne wollte. Aber immerhin, ich habe durchgehalten.
      Die Kraft für deinen eigenen Weg wünsche ich dir auch.

      03/06/2014 um 19:33

  2. Pingback: Davor und danach (Teil 3) | Weg zum Ich

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