auf der Suche nach mir selbst

Archiv für Mai, 2014

Du willst es doch gar nicht richtig

Langsam wird es mir zuviel, bei ihnen zu leben.
Und ihnen wird es auch zuviel. Sie sagt es häufig. Immer wieder in kleinen gehässigen Anspielungen.

Und ich sehne mich so nach meiner eigenen Wohnung zurück, nach meiner eigenen Zeiteinteilung, einer selbst ausgewählten Umgebung, und einfach meinem eigenen Leben.
Ich sage es. Und sie sagen, ich bin noch nicht so weit.
Ich würde nicht klar kommen.

Ich erläutere es genauer, sage, dass ich mich unwohl fühle.
„Warum bist du dann noch hier? Du willst es doch selber nicht. So unwohl kannst du dich doch nicht fühlen, wenn du es weiterhin erträgst.“

Ich rede gegen Wände. Eigentlich wollte ich doch nur planen, sie mit einbeziehen, einen Termin festlegen, der allen passt.
Doch nun sind sie beleidigt, und einen Umzugstermin haben wir trotzdem nicht.

Gefangen fühle ich mich.
Und verzweifelt.
Sind meine Wünsche nur dann ernst zu nehmen, wenn ich sie so stark will, dass ich durch Wände renne? Und wenn ich das nicht tue, wenn ich den sanfteren Weg wähle, dann soll ich direkt fremdbestimmt leben, weil ich es ja nicht will?

Ich gehe auf einem engen Weg mit Stacheldraht eingezäunt. Er lässt nur minimale Bewegungen zu. Außer ich raste aus, laufe blind durch den Zaun, verletze mich und andere, bin ständig auf der Flucht.
Bis man mich wieder einfängt, schmeichelt, lockt, und mir einen Strick um den Kopf wirft und mich wieder zurück auf den Stacheldrahtweg führt.

Warum?
Wieso muss das so?
Wieso entfernt niemand den Stacheldraht und lässt mir ein bisschen kooperative Entscheidungsfreiheit?
Ja, es sind nicht so viele Drähte, wenn ich wirklich weg will, kann ich selbstverständlich durch den Zaun hindurch springen.
Aber ich will nicht jedesmal eine Schramme davontragen, wenn ich doch nur ein bisschen Freiheit möchte.


Happy Freak

Eigentlich möchte ich doch nur glücklich sein.
Nein, das reicht mir nicht. Denn ich möchte meinen Platz im Leben finden.
Ich möchte nicht einfach nur kurzfristig glücklich sein, sondern vor allem einen Weg finden, wie ich langfristig zufrieden leben kann, mit Glücksmomenten, traurigen Momenten, aber so, dass es zu mir passt und mich nicht dauerhaft überfordert, normal und angepasst zu sein.
Ich möchte mich also kennen lernen, damit ich herausfinden kann, was zu mir passt.
Getreu dem alten Motto, unter dem ich damals angefangen habe, zu bloggen.
WEG ZUM ICH.

Ich bin ein Mensch, also ein soziales Wesen, das Freunde braucht.
Aber ich bin auch ein Individuum, das schnell überfordert ist, wenn es ein zu reges soziales Leben hat.
Es kann nicht in Ordnung sein, dass ich nach einem schönen Abend zwei Tage Pause brauche.
Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht in Ordnung bin, dass ich etwas falsch mache, dass ich mich halt mehr zusammenreißen muss, um sofort wieder leistungsfähig zu sein.
Das heißt eben, dass ich anders bin, dass meine Reizschwelle niedriger liegt. Und das kann ich nicht ganz wegtrainieren. Sicher, wenn es mir gut geht, verkrafte ich mehr, aber ich muss trotzdem mit meinen Ressourcen haushalten.
Oder eben planen.
Wenn ich weiß, ich bin danach zwei Tage platt, dann hindert mich ja nichts daran, Freitagabend auszugehen, danach habe ich ja die Zeit, um mich wieder zu regenerieren. Und weil ich das weiß, muss ich auch nicht denken, das ist eine neue depressive Phase. Das ist halt so.

Ich habe bestimmte Absonderlichkeiten, was die Kommunikation betrifft.
Ich hasse telefonieren. Und ich ziehe Emails bei weitem vor.
Und hier ist ein Punkt, der gut für Kompromisse geeignet ist.
Ich kann mich nicht vor jedem Telefonat drücken. Aber ich muss mich auch nicht dazu zwingen, ständig zu telefonieren, viele Menschen sind auch gerne dazu bereit, ebenfalls auf Mailkommunikation umzustellen, wenn ich ihnen sage, dass mir das lieber ist.
Und wenn ich merke, dass auf mich eingegangen wird, dann gehe ich auch gerne auf andere Menschen ein 🙂

Ich bin eine ehemalige Essgestörte, und manchmal hänge ich immer noch voll drin.
Und meine Vorlieben sind ohnehin speziell.
Und das heißt für mich, ich muss mich nicht auf Teufel komm raus dazu zwingen, „normale“ Lebensmittel zu einer normalen Zeit zu essen. Sicher, ich kann es manchmal tun, an einem Wochenende mit Freunden, oder wenn ich mal essen gehe.
Aber es wäre reine Quälerei, wenn ich mich durchgängig dazu überwinden müsste.
Denn das ist es eben, Überwindung, Anstrengung, etwas, das immer mehr und mehr inneren Druck aufbaut, bis es zum Rückfall kommt, sobald ich die Gelegenheit dazu habe.
Es spricht doch eigentlich nichts dagegen, wenn ich meinen persönlichen Tagesrhytmus gestalte, wenn ich nur ganz bestimmte Lebensmittel esse, die bestimmte Kriterien erfüllen: Sie müssen eine bestimmte geschmackliche Konsistenz haben, sie müssen ein bestimmtes Wohlbefinden im Bauch auslösen, und vor allem dürfen sie nicht triggern, weil ich damit schlimmste ES-Phasen in Verbindung bringe.
Und es gibt eben die Grundregeln, wie niemals essen, wenn ich emotional sehr angespannt bin und mich nicht mehr spüre, denn dann spüre ich weder Hunger noch Sättigungsgefühl. Und nach einer sehr sättigenden Mahlzeit eine ausreichend lange Pause einhalten, bis ich wieder hungrig bin, weil wenn man schon satt ist, kann man nicht mehr satt werden.
Und hier fangen die Probleme an. Meine wirklich absolut sicheren Lebensmittel sind leider nicht sehr gesellschaftstauglich, man bekommt sie nicht überall oder sie müssen aufwendig zubereitet werden. Das heißt, sie sind genau dann unpraktisch, wenn man sich aus sozialen Gründen spontan etwas zu Essen holt.
Und da gerate ich dann immer in einen Zwiespalt. Auf die Art katapultiere ich mich wunderbar ins soziale Abseits, aber ist es das wert, nur um dazuzugehören, entweder einen Rückfall zu riskieren oder tagelang angespannt den Rückfall zu vermeiden? Ist es nicht mit mehr Wertschätzung für mich selber verbunden, wenn ich meine Grenzen achte? Wenn ich meine Marotten als Krücken sehe, die mir helfen, trotz meiner alten Verletzung halbwegs sicher durchs Leben zu humpeln, und ist es nicht sicherer, die Krücken weiter zu nutzen, auch wenn sie nerven? Statt sie wegzuwerfen und mich dem Risiko auszusetzen, wieder zu stolpern und mir womöglich noch einen neuen Bruch zuzuziehen.

Ich brauche auch bestimmte Rituale, um gut in meinen Tag zu starten. Dazu gehört Duschen, Alleinsein, Tee trinken, meine Mails checken, mich schminken usw. Wenn ich das nicht tue, fühle ich mich den ganzen Tag so, als sei ich nicht richtig aufgestanden. Als hätte noch kein fließendes Wasser meine schlechten Träume von mir heruntergespült.
Und das ist es wert, früher als andere aufzustehen, um das in Ruhe machen zu können. Selbst wenn ich sehr aufwendig und langsam bin, und vielleicht viel zu wenig Schlaf bekomme, ich bin auf diese Art fitter, als wenn ich mir eine Stunde mehr Schlaf gönne.

Das gehört auch dazu. Die Akzeptanz, dass ich unter Stress schlecht schlafe. Damit kann ich rechnen, das ist nichts Neues, dann mache ich halt den Großteil der Nacht durch. Nichts, worüber man sich noch aufregen muss. Ich kann ja am Wochenende noch schlafen.

Wichtig ist auch, nach außen zu mir zu stehen.
Ich fühle mich sehr schnell in mir gefangen, wenn ich mich anders zeige, als ich bin.
Das fängt bei der Kleidung an.
Ich kleide mich nicht sehr modisch.
Altmodisch trifft es auch nicht.
Ich trage einfach Dinge, die mir gefallen.
Und weil ich mich wohl darin fühle, bekomme ich dafür auch Komplimente. Selbst wenn ich Menschen kenne, die sich so niemals in der Öffentlichkeit zeigen würden.
Aber besser so, und ich trage etwas, das zu mir passt, und spiele noch auffällig mit meinem Selbstbewusstsein, als wenn ich versuche, mich unauffällig zu kleiden, und mich in den Dingen entsetzlich unwohl fühle, weil die Materialien mir nicht gefallen, oder weil sie ganz furchtbar betonen, dass ich nicht die Figur einer wohlproportionierten 16-jährigen habe.

Noch wichtiger ist es, sprachlich ich selber zu sein.
Ich habe erst gelernt, Small-Talk zu betreiben, als ich gelernt habe, Persönlichkeit zu zeigen.
Mit meinen Schwächen und Meinungen zu spielen und immer ein klitzkleines bisschen Kontroverse anzubieten. Nicht viel, nicht zu tiefsinnig, nicht so, dass es zeitlich nicht in ein kurzes Gespräch passt, und immer so, dass ich den Ausweg anbiete, es als Scherz zu verstehen. Und mich nicht in eigenen Argumenten verhaspeln oder überhaupt zu diskutieren anfangen, sondern einfach ein bisschen zu assoziieren und zu spielen mit dem, was der Gesprächspartner anbietet.
Das kann sogar Spaß machen und ist viel weniger verkrampft als das, was ich früher versucht habe, wenn ich mit jemandem reden wollte. Wenn ich mir immer etwas möglichst Kluges so zurechtgelegt habe, dass ich dem Anderen dennoch absolut nach dem Mund geredet habe.
Wenn ich so mit jemandem rede, werde ich leicht als Freak identifiziert und als etwas verrückt, aber trotzdem scheinen mich viele gerade auf die Art recht sympathisch zu finden, und wer das nicht tut, ist auch selten jemand, der meine Sympathien erlangen würde, deshalb ist es auch egal.
Und vor allem mag ich mich so selber viel lieber, als wenn ich mich verstecken muss.

Ich denke irgendwie anders, von der Struktur her. Vieles muss ich mir erst übersetzen, wenn ich das aber einmal geschafft habe, dann kann ich es mir ohne zusätzliche Lernarbeit merken, das ist sehr praktisch. Ich muss abstrakte Dinge zum Leben erwecken, und an etwas anknüpfen können, was ich vorher schon weiß, sonst bin ich verwirrt.
Und manchmal vergesse ich, wovon jemand redet, weil er zu viele Assoziationen weckt.
Doch selbst das ist kein Problem. Ich darf es ja sagen.
Das funktioniert sogar in einer mündlichen Prüfung. Wenn der Professor seine Frage genauer erläutert, bis ich vergessen habe, was er denn fragte. „Entschuldigung, von welcher Frage sind Sie da ausgegangen? Ich bin gerade nicht mehr ganz mitgekommen.“ Es ist nicht schlimm, er hat es mir freundlich erläutert und letztendlich hatte ich sogar eine ganz gute Note, trotz kurzem Blackout.
Und eigentlich sind meine vielen Assoziationen doch lustig, unterhaltsam. Ohne wäre es mir doch viel zu langweilig.

Manchmal werde ich sehr traurig, furchtbar traurig. Und dann mag ich nicht lustig sein, dann mag ich mich nicht wieder aufmuntern lassen, dann möchte ich einfach an die Wand starren und traurige Musik hören, immer ein Lied in einer Dauerschleife, und meine Gedanken auch in einer Dauerschleife laufen lassen.
Auch das bin ich.
Wer kann mich denn dazu zwingen, immer fröhlich zu sein?
Ich brauche das als Regeneration, meine melancholischen Abende. Sie sind meine persönliche Vorbeugung gegen eine echte Depression. Traurige Melodien machen mich glücklich.

Wo ich nach wie vor ein großes Problem habe, ist es, auszuloten, ob ich eine Beziehung haben kann.
Wie ich im Kommentar zum letzten Beitrag geschrieben habe, verliere ich in dieser Ausnahmesituation leicht den Verstand und verliere meine allgemeine Lebensfähigkeit.
Brauche ich das wirklich, um Höhen zu erleben, die ich in meinem sonstigen sicheren Alltag nicht habe?
Sind diese Höhen es wert, die Tiefen zu ertragen, die das Ganze zwangsläufig mit sich bringt?
Würde mein Leben leer, wenn ich langfristig lieber alleine lebe?
Würde es so voll, dass ich selber keinen Raum mehr darin hätte, wenn ich mich doch traue, mich an jemanden zu binden?
Sollte ich erst einmal fertig studieren, um eine Grundlage zu haben, bevor ich wieder eine Runde durchdrehe? Kann man das so mit der Vernunft steuern? Wie weit muss Selbstfürsorge gehen in diesem Bereich?
Und was wäre fürsorglicher mir gegenüber?

*********

Mir fällt auf in diesem Beitrag, Dinge, die sich auf Charaktereigenschaften beziehen, die ich schon immer habe, kann ich mit mehr Überzeugung umsetzen, als Vorsichtsmaßnahmen, die sich auf erworbene Störungen, vor allem das Ess-Problem und die Borderline-Symptomatik beziehen. Vielleicht auch, weil diese Dinge ja nicht schon immer da waren und deshalb potentiell heilbar sein sollten. Denn es gab eine Zeit ohne sie. Und deshalb zweifle ich vielleicht an Strategien, die irgendwann hoffentlich überflüssig sein werden.
Doch manches, das gehört einfach zu mir.

Das möchte ich sein, ein liebenswürdiger, trauriger, glücklicher Freak.


Die andere Seite der Glasscheibe

Ich bin psychisch krank. Vermutlich.
Jedenfalls war ich vor einigen Jahren psychisch krank. Vermutlich.
Vielleicht habe ich mir auch alles nur eingebildet.
Und trotzdem hat mein Lebenslauf Lücken, wegen psychischer Erkrankung.

Ich weiß nach wie vor nicht, an welchem Diagnoseschlüssel ich erkrankt bin.
Ich hatte Essstörungen, ich hatte Schlafstörungen, ich hatte mich selber verletzt.
Und vor allem scheint etwas mit meiner Persönlichkeit nicht zu stimmen, mit meiner Wahrnehmung der Welt, mit meiner Stimmung.
Vielleicht ist es ja etwas Affektives, eine Depression oder sogar eine bipolare Störung.
Und vielleicht steckt etwas dahinter, etwas Rätselhaftes aus meiner Kindheit, vielleicht eine Persönlichkeitsstörung. Oder vielleicht ist es angeboren, vielleicht habe ich gar keine falschen Erfahrungen gemacht, vielleicht ist meine Wahrnehmung nur so anders, dass das ganze Leben traumatisierend auf mich wirkt. Vielleicht verhalte ich mich deshalb manchmal so seltsam.
Das Wort Borderline steht im Raum, der Gedanke Asperger-Autismus drängt sich immer mehr auf, auch wenn ich ihn nicht auszusprechen wage.

Ich weiß nicht, was davon auf mich zutreffen kann.
Ja, ich könnte beinahe alle Kriterien so herunterbeten, ich habe etliche Fachbücher gelesen und mich genauer informiert, aber ich kann es trotzdem nicht abschließend beurteilen. Denn letztendlich vergleichen die Kriterien meine Wahrnehmung mit der eines normierten Menschen. Und wenn ich die Welt schon immer so gesehen habe, wie soll ich beurteilen können, wie weit ich davon abweiche?
Und wie soll ein Arzt das beurteilen können, der mich nur kurz sieht, der dann schnell eine Verdachtsdiagnose notiert, die zu dem Problem passt, das aktuell am Auffallendsten ist, während ich meine inneren Worte so übersetze, dass ich sie für ihn verständlich formuliere, und irgendwo in diesem Vorgang mein wahres Ich verloren geht und mein Schauspieler-Ich eine nette Diagnose bekommt?

Diese Dinge verschwimmen also zu einer Glasscheibe, Milchglas, hinter der ich verschwinde. Oder nur verschwimme.
Was bleibt, ist die psychische Erkrankung an sich.
Was bleibt, ist mein Lebensgefühl hinter dieser Glasscheibe, und das, was ich lernen muss, nämlich durch diese Trennscheibe hindurch zufriedenstellende Kommunikation mit anderen zu betreiben, damit zu leben, Wege für mich zu finden.

Und ich begegne unzähligen Menschen, die auch hinter Glasscheiben leben.
Ich weiß selten, was sie konkret haben, aber dass sie nicht ganz in der normalen Welt drin sind, das sehe ich meist sofort. Und meist verstehe ich intuitiv, welche Probleme sie wohl in Wechselwirkung mit der Welt haben.
Welches Geheimnis sie in sich tragen, das kann ich nicht wissen, das kann ich ihnen auch nicht ansehen, denn sie verstecken sich hinter ihrem undurchsichtigen Glas, sie tragen eine Maske, und außerdem schaue ich Menschen nur sehr selten ins Gesicht.
Aber verbunden fühlen, und vielleicht später per Email nachfragen, oder einfach im Gespräch einwerfen, dass ich sie niemals verurteile, egal welches Päckchen sie tragen, das kann ich.
Und so oft wird das mit größerem Vertrauen belohnt, als ich mir je erhoffen könnte. Vielleicht, weil ich ein kleines bisschen auf sie zugehe, vielleicht, weil man auch mir ansieht, dass ich ein Mensch hinter Glas bin.

Und ich werde immer ein Mensch hinter Glas bleiben.
Vielleicht trifft irgendwann keine konkrete Diagnose mehr auf mich zu, vielleicht kann ich mit der Vergangenheit halbwegs abschließen, vielleicht werden organische Ursachen (erst kürzlich hat mich eine Heilpraktikerin auf die Bedeutung des Darms bei psychischen Problemen angesprochen) geheilt oder zumindest kontrolliert.
Aber trotzdem ändert sich ja nichts daran, dass mir Jahre fehlen, um eine Berufsausbildung abzuschließen, dass mir Jahre fehlen, um mir ein soziales Netz und stabile Freundschaften aufzubauen, dass da einfach Lücken sind, mit denen ich täglich kämpfen muss. Dass mir Erfahrungen fehlen, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen muss, die für andere einfach zu bewältigen sind, und dass ich immer wieder auf etwas stoße, wo entweder mein Gegenüber seltsam auf mich reagiert, weil etwas mit mir oder meinem Lebenslauf nicht stimmt, oder wo ich seltsam reagiere, weil es eine seelische Narbe berührt und mich triggert.
Das kann auch ein gesunder Darm nicht ändern.

Und so gehe ich mit meiner Glasscheibe durchs Leben, in Verbundenheit mit all denen, denen es genauso ergeht.